Ablösung des Zehnten der Lemmier Grundbesitzer um 1835

(Hann. 94. spez. 16. B. VII. Nr. 11.)

 

Dieses ist ein komplexes Thema, das aber als Ganzes gesehen werden muss, da beides sich um Abgaben an den Grundherren bzw. an den Staat handelt. Nach meinen Vortrag vom 15. Oktober 1999 über die "Beschreibung und Wertschätzung des dem Kloster Wennigsen zustehenden Hauptfruchtzehnten vor Lemmie" möchte ich heute über die Ablösung und das Ablösungs-Kapital der einzelnen Grundbesitzer berichten.

Nach jahrhundertelanger Zinsherrschaft gab den Anstoß zur Bauernbefreiung das Ende der französischen Revolution. Bis dahin war es so, dass die Landesherren wie die Ritter und die Klöster das Obereigentum an Grund und Boden besaßen. Freiherr vom Stein hatte die guten Seiten der französischen Revolution erkannt. Am 9. Oktober 1807 trat ein Dekret in Kraft, welches die Erbuntertänigkeit der Bauern aufhob und sie zu Besitzern auf eigenem Grund und Boden machte. Aber erst mit der Verordnung vom 10. November 1831, die Ablösung der Grund und gutsherrlichen Lasten betreffend, war es soweit, dass die Bauern sich freikaufen konnten durch Ablösung des Fleisch und Fruchtzehnten. Nachdem die Lemmier Bauern sich einig waren den Fruchtzehnten abzulösen, erschienen dann am 10. November 1835 vor dem
Klosteramte in Wennigsen folgende Interessenten:

 

 
 1. Vollmeier           Bernhard Hausmann
 
 2. Vollmeier           Heinrich Conrad Daniel Garben
 
 3. Vollmeier           Heinrich Klingenberg
 
 4. Vollmeier           Johann Heinrich Conrad Nolte

 5. Halbmeier          Conrad Garbe 
 6. Halbmeier          Johann Ernst Ludwig Wissel
 
 7. Halbmeier          Christoph Volker (Narten)
 
 8. Halbmeier          Johann Heinrich Möller
 
 9. Halbmeier          Heinrich Friedrich Christoph Narten

10. Halbmeier         Ernst Heinrich Christoph Hische

11. Höfeling            Conrad Reinecke

12. Höfeling            Johann Friedrich Christoph Schomburg

13. Kötner                Friedrich Conrad Schinke

14. Kötner                August Daniel Nolte

15. Kötner                Heinrich Daniel Remmers

16. Kötner                Arnold Luther

17. Beibauer            Johann Conrad Gewecke

18. Beibauer            Johann Friedrich Conrad Ludwig Rohde

19. Beibauer             Carl Conrad Schlenkermann

20. Beibauer             Carl August Ludwig Paulmann

 

sämtlich aus Lemmie und trugen vor:

 

Die Königliche Kloster-Cammer zu Hannover habe das Recht, von den in der Feldmark Lemmje liegenden Ländereien einen Fruchtzehnten zu fordern. Sie beabsichtigten solchen Zehnten abzulösen. Wenn es nun erforderlich sei, dass von Ihrer Seite behuf Ersparung mancher Weitläufigkeiten und Klosterbevollmächtigte erwählt würden, welche in ihrem Namen die Ablösungs-Angelegenheit besorgten, so wollten sie dazu den Vollmeier Heinrich Klingenberg und den Halbmeier Narten zu Lemmje erwählt haben. Dieselben sollten bevollmächtigt sein, wegen Ablösung des gedachten Zehntens die geeigneten Anträge zu machen, insbesondere zuvörderst mit der Zehntherrschaft die Ablösung in Güte zu versuchen, in deren Entstehungsfalle aber dieselbe bei der Ablösungs-Commission in Antrag zu bringen, die dabei nach den entstehenden Vorschriften und Verordnungen vorkommenden Geschäfte und Verhandlungen in ihren Namen zu besorgen, die erfordert werdenden Erklärungen abzugeben, Vergleiche sowohl im Ganzen als auch bei einzelnen Verhandlungen einzugehen, nach Beendigung des Ablösungs-Verfahrens zu entwerfenden Contract oder Receß zu vollziehen und auf dessen Confirmation anzutragen, sie wollten Alles was die gedachten Bevollmächtigten in dieser Angelegenheit thun oder lassen würden, so einsehen als ob es von ihnen selbst geschehen oder unterlassen sei. Indem sie dieselben auch bevollmächtigt haben wollten, die etwaigen Verfügungen anzunehmen, so wollten sie daneben erklären, ihre Bevollmächtigten für ihre Bemühungen schadlos zu halten, auch schließlich noch bemerken, dass es nicht grade durchaus erforderlich sein sollte, dass die Bevollmächtigten beide stets vereint handelten, sie wollten vielmehr, wenn einer der Bevollmächtigten durch Krankheit oder auf sonstige Weise verhindert abwesend sein sollte, auch dasjenige was der Andere allein beschließen würde, als für bindend ansehen.

 

Der Vollmeier Heinrich Klingenberg und der Halbmeier Heinrich Friedrich Christoph Narten aus Lemmje nahmen den Auftrag an und versprechen, das Interesse ihrer Mandanten pflichtmäßig wahrnehmen zu wollen. Die Vorarbeiten hatte man erledigt und die Interessenten ihre Bevollmächtigten bestimmt, es konnte also der Receß (Vertrag) über die Ablösung des Natural-Frucht-Zehnten vor Lemmie aufgesetzt werden, und er hatte dann folgenden Wortlaut: 

§ 1.

 

Die zu Gunsten des Kloster-Amtes und des Klosters Wennigsen auf der Feldflur des Dorfes Lemmie ruhende "Natural-Zehntpflicht" wird gegen Zahlung eines auf dem Grund vorher gegangener Schätzung von beiden Seiten behandelten, von den Zehntpflichtigen zu entrichtenden Capitals von --- 16 360 --- Reichstaler 1 Groschen 8 Pfennig Courant vom 1. Januar 1834 auf ewige Zeiten abgelöst. 

§ 2.

 

Eine Vermessung der Zehntflur hat nicht stattgefunden, sondern ist deren Größe nach den bei der Abschätzung aus der Grundsteuer-Mutterrolle entnommenen Beträgen zu--- 974 1/2 Morgen --- angenommen. 

§ 3.

 

Die Zehntpflichtigen haben das gedachte Ablösungs-Capital ad. --- 16 360 --- Reichstaler 1 Groschen 8 Pfennig bis zum 1. April 1837 an die Königliche Haupt-Kloster-Casse baar eingezahlt, sowie die Zinsen zu 4 Prozent, für die erst nach dem bestimmten Zahlungs-Termine abgetragenen Summen an das Kloster-Amt Wennigsen berichtigt. Es wird demnach über die geschehene Zahlung, sowohl des Capitals als auch der Zinsen hiermit nochmals quittiert, so wie damit das Eigenthums-Recht des Zehntens auf die Zehntpflichtigen übergegangen ist, und es haben von solcher Zeit an alle und jeder der Königlichen Kloster-Cammer Namens des Kloster-Amtes und Kloster Wennigsen zugestandenen Ansprüche und Rechte aus dieser Zehntherrschaft aufgehört und sind für immer erloschen. 

§ 4.

 

Allen auf dem Zehnten bisher ruhende oder künftig darauf gelegt werdende Lasten und Abgaben jeder Art sind vom 1. Januar 1837 an auf die Ablösenden Pflichtigen übergegangen. 

§ 5.

 

Die Pflichtigen übernehmen alle und jede mit dieser Ablösung verbundene oder dadurch veranlaßte Kosten ohne alle Ausnahme und deren Erstattung, und haben die Bestätigung des Ablösungs-Contactes bey der betreffenden Ablösungs-Commission ohne zutun der Königlichen Kloster-Cammer auf ihre alleinige Kosten zu besorgen. Insonderheit und namentlich übernehmen die Zehntpflichtigen auch ganz allein diejenigen Kosten, welche durch die etwa von Ihnen gewünschte und veranlaßt werdende Edital-Citation wegen Ansprüche Dritter an den abgelösten Zehnten veranlaßt werden sollten.

 

§ 6.

 

Beyde Theile entsagen allen und jeden gegen diesen Ablösungs-Vertrag erdenkenden Einreden und Ausflüchten, namentlich der Einrede der Verletzung über oder unter der Hälfte des wahren Wertes, des Zwanges, der Überredung, des Mißverständnisses, oder wie sie sonst Namen haben mögen und sichern sich vielmehr die gründliche Erfüllung und unverbrüchliche Haltung derselben zu. Zur Urkunde dessen ist dieser Receß in vierfacher Ausfertigung aufgestellt und jedes Exemplar nicht nur von dem Amtmann Heyne in Barsinghausen als Bevollmächtigter Königlicher Kloster-Cammer kraft Unterschrift und Siegels, sondern auch von den durch das abgelegte gerichtliche Syndicat vom 10. November 1835 bestellten Special Bevollmächtigten der Zehntpflichtigen, durch eigenhändige Namens-Unterschrift vollzogen worden, und soll noch von den Pflichtigen zu erwirkenden Bestätigung dieses Vertrages durch die Ablösungs-Commission ein Exemplar im Archive Königlicher Kloster-Kammer, das andere bey der Ablösungs-Commission, das dritte bey dem Kloster-Amte Wennigsen verwahrlich niedergelegt, das vierte aber den Zehntpflichtigen zugestellt werden.

 

             So geschehen Barsinghausen, den 30. August 1837

 

             Georg Eduard Heyne   (Kloster-Amtmann)

             Heinrich Klingenberg

             Heinrich Narten

 

Man sollte nun denken, dass man mit allem Elan an die Ablösung des Zehnten herangegangen wäre, aber es war dem nicht so. Der Erste, der seinen Hauptfruchtzehnten ablöste, war der Vollmeier Heinrich Klingenberg, Lemmie No. 2. Dieser, mit Klingenberg geschlossene Vertrag, gibt darüber Auskunft, wie teuer die Freiheit von den Zinsherrn erkauft werden musste und hört mit dem Märchen auf, die Bauern hätten ihre Ländereien geschenkt bekommen.

 

Hann. 75. Nr. 516             Meier - Sachen

 

Amt Wennigsen, Ortschaft Lemmie.

Akte betreffend das Meier-Colonat des
klösterlichen Censiten, Vollmeier

Heinrich Klingenberg Nr. 2.   1840 - 1842

 

Geschehen Barsinghausen wegen des
Kloster-Amtes Wennigsen, den 17. Juni 1840

 

Nachdem der Vollmeier Heinrich Klingenberg No. 2. in Lemmie auf Ablösung seiner an das Kloster-Amt und Kloster zu leistenden Guts- und Dienstherrlichen praestanden angetragen hatte, so war demselben eine Berechnung des nach Ansicht des Kloster-Amts zu zahlenden Ablösungs-Capitals mitgetheilt und zur Verhandlung darüber Termin auf heute angesetzt.

Der darin erschienene Censit Klingenberg zeigte an, dass er das in der anliegenden Berechnung enthaltene Verzeichniß seiner Prästanda für richtig anerkenne, und selbige, nebst dem meierrechtlichen Verbande gegen Capital-Zahlung abzulösen wünsche. Gegen die Berechnung dieses Capitals habe er auch nichts weiter zu erinnern, als das der Absatz an Fruchtzinse wegen der Remissionen nur zu 1/6 angenommen sei, da nach dem Durchschnitt der letzten 24 Jahre doch wirklich wenigstens 1/ 4 Remission genossen habe, er müsse daher darauf antragen, dass ihm eine verhältnißmäßige Vergütung zugestanden werde. Amtsseitig ist dem Comparenten das erforderliche wegen Ausmittelung des Absatzes für gesetzliche Remissionen bedeutet, und das wegen des bisherigen Mißbrauchs bey den Feldbesichtigungen die Durchschnittsbeträge der verflossenen Zeit nicht angenommen werden könnten. Zugleich ward demselben bemerklich gemacht, dass auch für das Heimfallsrecht, dem Gutsherren eine Entschädigung nach der Ablösungs-Ordnung gebühre, über den Betrag der Censit sich zu erklären habe. Die darüber zugelegten Verhandlungen führten endlich zu dem Resultate, dass unter der Voraussetzung eines größeren Absatzes wegen der Remissionen, dagegen aber auch mit Einschluß der Vergütung für das Heimfallsrecht.

Klingenberg ein rundes Ablösungs-Capital von --- 1880 Reichstaler, geschrieben Eintausendachthundertundachtzig --- Reichstaler Courant zu bezahlen sich verbindlich machte. Die Ablösung soll für das Jahr 1841 gelten und will ich sämtliche für das Jahr 1840 fälligen Abgaben, sowie auch die Hand- und Spanndienst-Gelder pro 1. Juli 1840/41 im April 1841 noch entrichten. Das Capital selbst soll Martini 1840 schon bezahlt werden, damit ich wegen des Kornzinses keine Stück-Zinsen zu geben brauche. Wenn ich damit auch das Ablösungs-Capital für das erst im April 1841 fälligen Dienstgelder im voraus entrichte, so werden dagegen auch die Zinsen des Ablösungs-Capitals für die Hühner und Eyer mir zu gute kommen müssen, welche ohnehin selten vor Michaelis geleistet werden. Um die Zinsberechnung zu ersparen, will ich auch diesen Nachteil noch tragen, obgleich ich ein so bedeutendes Capital entrichte, wie es bei einer gesetzlichen Ausmittelung gewiß nicht sich ergeben würde, und darf daher die höhere Genehmigung meines Anerbietens um so mehr mit Gewißheit rechnen.Die durch die Ablösungs-Verhandlungen veranlaßten Kosten übernehme ich auch.

                                                 
H. Klingenberg

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben zur Beglaubigung.                                                         
 
Heyne.

 

                                                        
Verzeichniß

der von dem Vollmeier Heinrich Klingenberg No.2 in Lemmie an das Kloster-Amt Wennigsen zu leistenden
gutsherrlichen Gefälle:

Erstens:                     Meyerzins                 7
Malter         3 Himten Rocken

       
"                              
"                             7 Malter         3 Himten Gerste und

       
"                              
"                             7 Malter         3 Himten Hafer

Zweitens:                 Für
einen 1/2 Spanndienstag      9
Groschen   2 Pfennig Courant

Drittens:                   Für
einen Handdienstag              4 Groschen  
7 Pfennig Courant

Viertens:                   Weinkauf     - 17
Reichstaler       3 Groschen   1 Pfennig Courant

                                                              Binnen
- Intraden

Fünftens:                  16
Körtlinge             3 Pfennig      =         4 Groschen

Sechstens:               6 Stück Hühner

Siebtens:                  6 Stiege
Eyer

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Berechnung des Ablösungs-Capitals

 

1.) Meyerzins 7 Malter 3 Himten Rocken a. Himt.
21 Grosch. 1 Pfg.                  = 39 Taler 12 Gr. 9 Pfg.

       "               "             "     "    
"       "     Gerste   
a.   "     16     
"         3 "    
      = 30 Taler 11 Gr. 3 Pfg.

       "               "             "     "    
"       "     Hafer    
a.   "       9     
"       10 "   
      = 18 Taler 10 Gr. 6 Pfg.

                                                                                              Summa                           89 Taler 10 Gr. 6 Pfg.

Hiervon
sind abzusetzen nach § 18 des

Ablösungsgesetzes
3 % mit                                                                                
          2 Taler 15 Gr. 8 Pfg.

         bleiben        85
Taler 18 Gr. 10 Pfg.

Davon
wegen Remissionen 1/ 6 mit                                                                           14 Taler   7 Gr.  
2 Pfg.

                                                   
                                                         bleiben         71 Taler 11 Gr.  8 Pfg.

 

Mit 25 capitalisiert                                                                             
                     1787 Taler   3 Gr. 5 Pfg.

2.) für 1/ 2 
Spanndienstag                                                                                                         9 Gr. 2 Pfg.

3.) für   
1     Handdienstag                                                              
                                         4 Gr. 7 Pfg.

mit 25 Capitalisiert                               vierzehn Taler   sieben Groschen   neun Pfennig

4.) Weinkauf mit 
siebzehn Taler drei Groschen ein Pfennig nach

       § 
37 zu fünf Fällen in Hundert Jahren macht

       85 Taler 
15 Groschen fünf Pfennig jährlich

       zwanzig Groschen sechs u. dreizehn -
zwanzigstel Pfennig und dieser

mit 25 capitalisiert betragen                 einundzwanzig Taler neun Groschen zehn Pfennig

                                                      
Binnen - Intraden

5.)  sechszehn Körtlinge a drei Pfg. = vier
Groschen, diese mit 25 capitalisiert
betragen vier Taler vier Groschen

6.) sechs Stück Hühner   a zwei Groschen sind 
zwölf Groschen

7.) sechs Stiege Eyer     a zwei Groschen   sind 
zwölf Groschen

                                                ----------------------------------------------------

                                               
gleich   ein Taler     dieses

mit
25 capitalisiert macht         
fünfundzwanzig   Reichstaler

 

Summe
des Ablösungs - Capitals - eintausendachthundertzweiundfünfzig
Taler ein Gr. drei Pfg.

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Der Vollmeier Daniel Garben,
Nr. 1. aus Lemmie wollte seine Meier-Gefälle gemeinsam mit dem

Halbmeier Heinrich Narten,                     Lemmie Nr. 8

Halbmeier Ernst Christian Hische,         Lemmie Nr. 9

Halbmeier Heinrich Narten,                     Lemmie Nr. 6

Halbmeier Friedrich Christian Garbe,
    Lemmie Nr.  4

und dem Köthner Heinrich Blume,
        Lemmie Nr. 21 1854 ablösen.

Dazu kam es aber nicht, weil das
Capital "wegen der Menge solcher Gesuche zu der gesetzten Zeit nicht habe
verwirklicht haben können," so die Haupt-Kloster-Casse in Hannover.

Am 10. Juni 1856 wurde gemahnt:

 

"Betreff des rückständigen
Ablösungs-Capitals aus Lemmie beauftragen wir das Königliche Kloster - Amt in
Wennigsen, den Censiten Daniel Garben und Genossen Namens Unserer zu eröffnen, dass
wir unseren Anwalt zur sofortigen gerichtlichen Beitreibung der am 1. Juli 1854
fällig gewordenen Ablösungs-Capitals und der darauf rückständigen 4 % Zinsen
Auftrag erteilen würden, falls diese Rückstände nicht bis zum 1. vorigen Monats
bei der Haupt-Kloster-Casse eingegangen sein sollten."

 

Erst wollte man das Geld nicht, und
später drohte man den Beteiligten mit dem Gericht. Daniel Garben hatte, weil
auch den größten Hof, denn höchsten Ablösungsbetrag von -- 2170 -- Reichstaler zu bezahlen. Nun
lösten nicht alle Censiten (unfreie Zinspflichtige) ihre Meier-Gefälle zur
gleichen Zeit ab.

 

Heinrich Klingenberg - wie
schon gehört -                             1842
= 1880 Taler,

Jo. Heinrich Nolte               Vollmeier Nr. 3 bezahlte            1855
= 1836 Taler,

Ernst Heinr. Garbe              Halbmeier Nr. 4 bezahlte           1857
= 1335 Taler,

Ernst Ludw. Wissel            Halbmeier
Nr.  5 bezahlte           1843
=    939 Taler,

Heinrich Narten                  Halbmeier Nr. 6 bezahlte 
         1857 =    713 Taler,

Ernst Heinrich Hische       Halbmeier Nr. 9 bezahlte           1857
= 1080 Taler,

Heinrich Nolte                     Köthner    Nr. 14 bezahlte 
         1872 =    32
Taler, 10 Gr.

Friedrich Schrage               Köthner    Nr. 13 bezahlte           1872
=      27 Taler, 10 Gr.

und Heinrich Gewecke      Beibauer Nr. 18 löste seine Meier-Gefälle am 18. August 1871
ab mit 2 Taler plus 1 Groschen und 5 Pfennig Zinsen.

 

Diese Ablösung der gutsherrlichen
Gefälle hatte sich sage und schreibe über 30 Jahre hingezogen, und alle werden
wohl sehr zufrieden gewesen sein, jetzt Herr auf eigener Scholle zu sein.