Lemmier Windmühle, Ausschnitt von einer Postkarte

 

 

Die Windmühle in Lemmie

 

Name:                       Lemmier Mühle

Bauart:                      Erdholländer, Windmühle

Standort:                   Lemmie, An der Mühle vormals „Langen Kley„

PLZ, Ort:                   30989, Gehrden OT Lemmie

Landkreis:                 Hannover

Bundesland:             Niedersachsen

Besonderheiten:      Ehemals mit Windrose und Jalosieflügel. Der Achtkant ist mit Dachpfannen gedeckt. Kappe, Zwiebelform

Geschichte:

Besitzer:                   Halbmeier Heinrich und Friedrich Narten

 

1854                         Antrag zum Bau einer Kornwindmühle beim Amt       Wennigsen gestellt.

Erbaut:                      vor 1872

 

1. Mühlenpächter:    Hermann Theodor Eduard Dörries von 1872 bis 1880

 

Stilllegung:               ca. 1906/07

 

1906 wurde die Mühle letztmalig urkundlich erwähnt.

 

1912 hat der Bäcker Rohde von den Steinen sein Backhaus gebaut.

Das Mühlenoberteil ist voraussichtlich nach Wettbergen verkauft.

 

Im Jahre 1854 trug sich der Halbmeier Fr. Narten mit dem Gedanken eine Kornwindmühle zu bauen. In einem Antrag an das Amt Wennigsen bat er um Genehmigung zum Bau einer Windmühle. In einem Bericht an die Königliche Landdrostei zu Hannover schreibt der Wennigser Amtmann Hagemann am 30. Januar 1855. "Der in Rubio bezeichnete Antrag ist bereits vor einem Jahre bei hiesigen Amte eingebracht, doch hat man Amtsseitig den Antragsteller beredet, zur Vermeidung der Gefahr unnützer Kosten die Sache einstweilen ruhen zu lassen, bis sich entschieden haben würde, ob die beabsichtigte Errichtung einer Mühle im Benther Felde an den "Sieben Trappen" zur Ausführung komme, da in diesem Fall die Frage wegen des Erfordernisses einer Vermehrung der in Betracht kommenden Mahlkräfte schwerlich günstig für den neuen Kompetenten entschieden werden würde. Wenn nun auch die Frage wegen der Benther Mühle durch den Reskript 1) Königlicher Landdrostei vom 4. Dezember vorigen Jahres dahin entschieden ist, dass dem Müller Göhns aus Hainholz die Kommission derselben erteilt worden, so hat doch der pp. Narten gleichwohl erklärt, bei seinem Plane beharren zu wollen."

Der Amtmann Hagemann weist noch darauf hin: " Das ein Bedürfnis der Vermehrung der Mahlkräfte in der Umgegend von Lemmie nicht vorhanden sei." Der Halbmeier Narten ließ sich - wie schon erwähnt - nicht von seinem Plan abbringen und baute die Windmühle. Der Platz auf dem "Langen Kley " läßt sich ziemlich genau bestimmen wo diese Kornwindmühle - ein Erdholländer - einmal gestanden hat. Als Besitzer der Mühle wurden die Halbmeier Heinrich und Friedrich Narten genannt,
wobei wohl als letzter Besitzer Friedrich Narten - bekannt unter dem Namen " Fritz von der Mühle " gewesen ist.
Der Halbmeier Narten hat die Mühle zeitweilig verpachtet an den Mühlenpächter Hermann Theodor Eduard Dörries, der zumindest von 1872 bis 1880 in Lemmie die Mühle betrieben haben muß. Theodor Dörries baute 1880 die Windmühle in Sorsum.

Abgerissen ist die Lemmier Windmühle nach Aussage von Friedrich Rothermund, ehemaliger Bergwerksdirektor des Kailibergwerkes in Bokeloh und in seiner Jugend. Bewohner des Hauses an der Mühle, etwa im Jahre 1910. Nach Aussage von Frau Elfriede Nandzig geborene Rohde, hat der Bäcker Rohde im Jahre 1912 von den Steinen der abgebrochenen Mühle sein Backhaus gebaut. Der Historische Verein Lemmie hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr über dieses ehemalige Lemmier Wahrzeichen herauszufinden. Ein Rechtsanwalt H.J. Marisch aus Bremen ist Vorstandsmitglied im Verein zur Erhaltung von Wind und Wassermühlen in Niedersachsen und Bremen." Er hat ein dem Historischen Verein unbekanntes Bild, angeblich ein Postkartenausschnitt - in das Internet gestellt. Ob durch den Besitzer dieser Postkarte mehr über die ehemalige Lemmier Windmühle zu erfahren ist, wäre zu hoffen.



 

Quellen: Hauptstaatsarchiv Hannover, Hann. 80. Hannover I. B. cc.
492. No. 1518. H.J. Marisch, Bremen.

 

1)Reskript (lat.: rescriptum, das heißt so viel wie „Antwortschreiben“

 

Nachtrag: 1904 gab es einen Müller in Lemmie, Heinrich Friedrich Karl Meier, Müller zu Lemmie, Elise Wilhelmine Sophie Wöckener/Wöckmer

Kind:
Erna Louise Auguste Meier / Meyer, *Lemmie 9. Oktober 1904.

 

1906 wurde Heinrich Friedrich Christoph Narten noch als Mühlenbesitzer urkundlich genannt.

 

1907 wurde Karl Meier als Fabrikarbeiter urkundlich genannt.

Also kann man vermuten, das die Mühle 1906/07 abgerissen wurde.