Die Postzustellung in Lemmie.

Ab 1927 gehörte die Post Lemmie zum Postamt Weetzen.

1868 erfolgte die Briefzustellung von Lemmie durch Königliche Landbriefzusteller aus Wennigsen.

Heute, 143 Jahre später, erfolgt die Postversorgung durch Landzusteller aus Gehrden.

Von 1928 bis 1978 gab es in Lemmie eine eigene Poststelle.

 

In unserer Gegend gab es um 1860 drei Königliche Hannoversche Postspeditionen, die die Post nach Hannover brachten, von wo aus sie verteilt wurde:

in Barsinghausen seit 1. Juli1859,

in Wennigsen seit 1. November 1864

und in Gehrden seit 25. April 1866.

 

Vor dieser Zeit gaben die Bürger ihre Briefe durch private Boten auf, die zu festen Zeiten die Post nach Hannover brachten.

 

Im „Oeffentlichen Anzeiger zum Amtsblatt für Hannover

vom 6. März 1889 war unter Punkt 258 Folgendes angekündigt:

„Mit dem 2. März 1868 kommt bei der Post-Spedition in Wennigsen die Landbriefbestellung zur Ausführung. Die Landbriefträger bestellen die vorliegende Correspondenz täglich, mit Ausnahme des Sonntags, und berühren folgende Orte:

Argestorf, Bönnigsen, Bredenbeck, Degersen, Evestorf, Georgsplatz, Lemmie, Linderte, Pottholtensen, Sorsum, Steinkrug, Vörie und Weetzen.“

 

Zu vorgeschriebenen Zeiten trugen die Landbriefträger Sendungen dem Postamt Wennigsen zu.



1928 sah sich die Deutsche Reichspost dazu veranlasst, das Verteilernetz in den ländlichen Gebieten zu verbessern. In kleineren Orten mit mehr als 200 Einwohner, also auch Lemmie, wurden Poststellen eingerichtet.

 

Frieda Busche, geb. Lattmann (*1884 oo1905 +ca 1959 mit 75 Jahr) hatte die erste Poststelle in Lemmie.

Sie befand sich in der Heimstraße 23 (dort wohnt heute Rolf Ulrich).



Gasthof "Zur Post" in Lemmie, Ausschnitt von einer alten Postkarte

Die Post für Lemmie wurde durch die Landbriefzusteller im Gasthof "zur Post" von A. Rohde, abgeliefert.

Seit dem 1. Mai 1866 hatte es eine Postkutschenlinie zwischen Barsinghausen und Hannover gegeben. Diese führte über Lemmie, und im Gasthaus zur Post hielten die Postkutschen an und machten Pause.

 

Elfriede Nandzig, aus der Familie Rohde, kann sich erinnern, dass Ihre Mutter Martha Rohde, geb. Müller (*1898, oo1921, +1972) die Post bis ca. 1928 hatte.



Gegenüber, an der Scheune von Familie Nolte, war ein blauer Briefkasten angebracht.

Im Kaiserreich waren die Briefkästen blau, im Dritten Reich gab es rote Briefkästen und seit 1946 sind die Briefkästen der Bundespost gelb.

 

Frieda Busche war mit Heinrich Busche verheiratet, dieser war Schneider in Lemmie.

Heinrich u. Frieda hatten 3 Kinder.

Heinrich *1906, Otto *1908 und Elfriede *1913.

 

Danach hatte die Tochter von Frieda Busche, Elfriede die Post in Lemmie übernommen.

Sie heiratete einen Dunsing aus Gehrden und ist nach Gehrden gezogen.

Das Haus wurde nach 1960 an Helmut Pörschke verkauft.

Der Vater von Helmut Pörschke war Fritz Pörschke und kam aus Gehrden, er war verheiratet mit einer Marie Richter und hat zuletzt im Siedlungshaus gewohnt.

Fritz Pörschke war Bürgermeister in Lemmie.



Später wurde die Post in der "Gaststätte zum Landhof" von Frau Jäger geführt. Fam. Jäger waren Flüchtlinge und kamen aus Berlin. Fam. Jäger wohnten von 1945/46 bis 1951/52 in der "Gaststätte zum Landhof" bei Fehlie und hatten während dieser Zeit die Post in Lemmie.

Der Postraum befand sich in einem kleinen Zimmer vor dem Saal der Gaststätte. Frau Jäger ist dann um 1952 ins Siedlungshaus gezogen, Herr Jäger ist vorher verstorben.

Dort, vom Siedlungshaus, hat sie noch einige Jahre die Post geführt.

 

Von 1952-1963 war die Post in der Alten Bahnhofstraße Nr.2

Nach 1952 war die Post von Emma Zdunek, geborene Biesterfeld, geführt. (Im Haus Fricke , Alte Bahnhofstraße 2 (jetzt Drell).

Die Eltern von Emma Zdunek, geb. Biesterfeld, Hermann und Lena Biesterfeld, haben das Haus von Conrad und Lina Fricke geerbt.

Zduneks haben 1963 das Haus verkauft und ein neues Haus im Gehrdener Kirchweg Nr.10 gebaut.

Dort war dann auch die Post in Lemmie. (nachfolgende Besitzer Else Gottschalt, geb. Broda, jetzt Jörg Gottschalt).



Überall froh erwartet: Die Edith von der Post

Edith Bödecker war von 1960 bis 1962 u. von 1963 bis 1973 dort als Posthelferin tätig.

Die Post wurde von Hannover mit einem Postauto geliefert. In Lemmie wurde sie sortiert und zugestellt. Weitere Aufgaben waren: Briefe und Pakete annehmen, Geld auszahlen, Renten auszahlen, Telegramme bearbeiten, Pakete für Amerika bearbeiten, Fernsehgebühren und Zeitungsgeld einziehen.



Ab 1973 waren Inge Meyer und Christa Girnt geb. Wullkopf als Posthelferinen tätig.

Am 15. November 1978 wurde die Poststelle Gehrden 7 im Stadtteil Lemmie geschlossen.

Die bisherige Posthalterin war Frau Zdunek, die Vertreterin Frau Girnt.

Die Versorgung von Lemmie erfolgte ab 16. November 1978 durch die Landzustellung aus Gehrden (Postamt I)

 

(RD 18. Sept. 2011)