Schützen haben eine lange Tradition, auch in Lemmie gab es im 19. Jahrhundert schon das sogenannte „Freischießen". Aktenkundig ist, das im Mai 1864 ein „Freischießen" auf dem Lemmier Schützenplatz (alte Sandkuhle am Schafweg) stattgefunden hat und der Major von Hattorf es verschieben lassen wollte in den Juni hinein, da er seine Frühjahrsbestellung noch nicht fertig hatte. Seine Landarbeiter wollten selbstverständlich auch das Freischießen mitfeiern und konnten dann nicht auf dem Acker arbeiten. Interessant sind die vielen Feiertage im Mai, nach Herrn von Hattorf war am 2. Mai: Hannöverscher Markt, am 3. Mai: Hagelfeier (wurde auf dem Lande als Feiertag gefeiert), am 5. Mai: Himmelfahrt, am 16. Mai: 2. Pfingsttag und am 23. und 24. Mai sollte „Freischießen" sein, so das 6 Arbeitstage in der eiligen Frühjahrsbestellung ausfielen. Die Lemmier werden wohl noch manches Jahr Schützenfest gefeiert haben, bis der l. Weltkrieg dem „Freischießen das Ende bereitete, denn aus dem „Freischießen" war Pflichtschießen geworden und diese schöne Tradition des „Freischießen" lebte nicht wieder auf. Durch initiative von Ludwig Stahl - damals ein Lemmier Bürger und zeitweilig auch Bürgermeister - wurde 1953 die Schützengesellschaft Lemmie gegründet, die 2006 etwa 60 Mitglieder zählt.

Im März 2010, nach 57 Jahren, kam das Aus für den Schützenverein Lemmie.

Der Schießbetrieb musste bereits am 31. Dezember 2009 eingestellt werden.



Calenberger Zeitung 28.Januar 2010